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...im Parlaments- und Regierungsviertel heute im Bezirk Mitte  

 

Einige der Sehenswürdigkeiten unterwegs:
Brandenburger Tor - Reichstag - Spreeufer - ARD-Hauptstadtstudio - Parlaments- und Regierungsviertel - sowjetisches Ehrenmal

Sie erinnern sich?
Wer sich noch an die Zeit nach dem In-Kraft-Treten des deutschen Wiedervereinigungsvertrages vom
3. Oktober 1990 erinnern kann, weiss, mit welcher Spannung das Ergebnis der Bundestagsentscheidung vom 20. Juni 1991 erwartet wurde: Mit 338 zu 320 Stimmen wurde für den Regierungsumzug in die neue deutsche Hauptstadt von Bonn nach Berlin gestimmt.
Darauf konkretisierte im Sommer 1992 der sogenannte "Hauptstadtvertrag" zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin den "Hauptstadtbeschluss" vom 20.06.1991 und legte die Zusammenarbeit von Bund und Land, "um die Funktionsfähigkeit der Hauptstadt Berlin als Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung sicherzustellen", nieder. Dabei sollten die "wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Belange Berlins" angemessen berücksichtigt werden.
Zuvor hatte das Land Berlin in einem räumlichen Strukturkonzept von Februar 1992 als Grundlage für den Flächennutzungsplan unter anderem bestimmt, dass wichtige Einrichtungen auf räumliche Schwerpunkte verteilt werden würden. Für das Parlamentsviertel mit Ergänzungsfunktionen war der Bereich des Spreebogens mit dem nördlichen Spreeufer und das Gelände um den Reichstag herum vorgesehen. Eine attraktive Lage in Wassernähe und am Rand der historischen Innenstadt. Durch diesen Bereich führt der Spaziergang.
Das Jahrhundert-Projekt "Regierungsumzug nach Berlin" hat sich nicht, wie vom deutschen Bundestag in der Wiedervereinigungseuphorie beabsichtigt, bis 1994 durchführen lassen. Vielmehr wurde 1994 beschlossen, bis zum Jahr 2000 den Umzug zu schaffen. Alle Aktivitäten richteten sich auf diesen Zeitpunkt.

Aus dem internationalen städtebaulichen Wettbewerb 1993 zur Gestaltung des örtlichen Niemandslandes infolge der beräumten Teilungsmauer ging ein Berliner Architekturbüro mit seinem Entwurf des dreiteiligen Bauensembles "Band des Bundes" als Sieger hervor. Die internationale landschaftsplanerische Wettbewerbsausschreibung für das nördliche Spreeufer (Ludwig-Ehrhard-Ufer) gewannen 1997 schweizerische Architekten.
Das Planungsziel für das neue Regierungsviertel lautete, eine für Bürger und Besucher erlebbare, begehbare, öffentlichkeitsnahe und in die ungeteilte, demokratische Hauptstadt integrierte Regierungslandschaft aus bestehenden und neuen Gebäuden zu schaffen. Dabei waren erhebliche verkehrstechnische Belange zu berücksichtigen. Aus den jahrelangen baulichen Aktivitäten würden sich ebenso besondere Belastungen für die Bürger ergeben. In öffentlichen Veranstaltungen zur Jahrhundertaufgabe dieses Ausbaus wurden u.a. auch Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung an den Planungen bedacht, dem später die Einbeziehung der Stadtteilvertretungen betroffener Quartiere in den Prozess folgte.

    

Um die Jahrtausendwende gingen die neu erbauten bzw. sanierten historischen Gebäude des Parlaments- und Regierungsviertels ihrer regelmäßigen Nutzung zu. Das dreiteilige neue Ensemble nahe der Spree, das "Band des Bundes" mit Bundeskanzleramt, Paul-Löbe- und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus konnte 2001 und 2003 eröffnet werden. Deutschlands größtes Parlamentsgebäude, der Nicht-nur-Neubaukomplex des Jakob-Kaiser-Hauses, war zu  Beginn des Jahres 2002 fertig.

Im bedeutsamen historischen Reichstagsgebäude wählte die deutsche Bundesversammlung erstmals nach 25jähriger Pause infolge des Viermächteabkommens den Bundespräsidenten 1994 am Ort Berlin. Danach wurde das Gebäude wegen Sanierung geschlossen. Die unpolitische Kunstaktion des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude vom 27. Juni bis zum 7. Juli 1995 zeigte das in Sanierung befindliche Gebäude mit einer silbrig schimmernder Plane verhüllt. Sie machte das Haus international bekannt. Nach Abschluß der Sanierungsarbeiten, einschließlich der Anbringung der gläsernen, begehbaren Kuppel (Entwurf Architekt Sir Norman Foster), übergab man dem damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse im Januar 1999 den Schlüssel. Die regelmäßige Arbeit des Bundestages vor Ort begann im Herbst 1999. Seither zählt das Reichstagsgebäude mit inzwischen über 15 Mio Besuchern nicht nur zu den meistbesuchten Gebäuden in Berlin, es ist auch eines der meistbesuchtesten Regierungsgebäude der Welt.

Der um 6 ha große "Spreebogenpark" am nördlichen Spreeufer, wuchs zu einem mit Rasenflächen und vereinzelt gepflanzten Baumgruppen gestaltetem Grüngelände zwischen Fluss, Parlaments- und Regierungsgebäuden. Er bietet dem Besucher weite Blicklinien bei frischem Wind und würzigem Wassergeruch der Spree, an dem wir uns heute gerne erfreuen. Das Planungskonzept ist aufgegangen und das ist noch nicht alles, was Sie sehen werden. Es erwartet Sie eine anregende Kombination aus Natur, Geschichte und Architektur, möglicherweise vielen Besuchern und stillen Ecken auf diesem Spaziergang. Kommen Sie mit! Ich freue mich auf Sie!
 

Buchungsnummer: M06                            Dauer 2 Stunden

Treffpunkt: Touristeninformation am Pariser Platz/Brandenburger Tor                        
Anfahrt: S-Bhf Brandenburger Tor
Verlauf:

 

Ende: nahe S-Bhf Brandenburger Tor (S2, S25, U55)

 

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